Interviewmagazine – Sep. 2010
Deutsch:
Schatten eines Vampires
Shadow of the Vampire
Früher hauptsächlich bekannt als Boone Carlyle aus der Serie Lost, ist Schauspieler Ian Somerhalder heute bekannter aufgrund seiner Rolle in Vampire Diaries, wo er als Damon Salvatore Teil der Dreiecksbeziehung ist, die den Kern der CW-Serie ausmacht. Auch wenn es auf der ganzen Welt bereits scheinbar unendlich viele Bücher und Filme mit Vampir-Thematik gibt, konnte die Serie sich doch erstaunlich hoch in der Gunst sowohl der Fans als auch der Kritiker halten. Die Premiere der zweiten Staffel erzielte in den USA Einschaltquoten von 3,3 Mio. Zuschauern. (Anm. DJ: In Deutschland läuft Vampire Diaries auf Pro7. Die Folgen der 2. Staffel laufen ab dem 10 Januar 2011 an.)
Interview Magazine traf Somerhalder auf dem Vampire Diaries Set in Georgia und sprach mit ihm über die BP Ölkatastrophe, Twitter, sein ungewöhnlichstes Erlebnis mit Fans und warum Willem Dafoe sein Lieblings-Vampir ist.
INTERVIEWER: Hast Du den ganzen Sommer mit Dreharbeiten zugebracht? Oder hattest Du auch für andere Dinge Zeit?
IAN SOMERHALDER: Wir haben einen Monat lang gedreht. Die anderen zwei Monate habe ich mich mit der BP Ölkatastrophe beschäftigt und bin gereist um Werbung für Vampire Diaries zu machen. Das war’s so ziemlich.
INTERVIEWER: Die Ölkatastrophe hat also die Dreharbeiten in Georgia beeinträchtigt?
IAN SOMERHALDER: Nein, nein. Ich bin an der Küste von Louisiana geboren. Das ist mein Zuhause und es wurde völlig zerstört. All die Seen und Flüsse in der Region sind stark betroffen, darum bin ich nach Hause gefahren. Ich war den Sommer über in Louisiana, habe einfach mit meiner Mutter und meiner Familie gemeinsam gekämpft und versucht, Bewusstsein zu schaffen, auch auf nationaler Ebene; also alles in unserer Macht stehende zu tun, um zu helfen. Aber ja, das war also mein Sommer.
INTERVIEWER: Findest Du, dass Du Glück hast so berühmt zu sein und diesen Ruhm für eine gute Sache einsetzen zu können?
IAN SOMERHALDER: Ich habe nur versucht Licht auf die Sache zu werfen und zu zeigen, was da unten so passiert. Ich sage Ihnen, ich kann gar nicht genug sagen, wie dankbar ich dem ganzen Twitter-versum bin. Zuerst habe ich mich mit Hand und Fuß gegen die ganze Twitter-Geschichte gewehrt, aber vor etwa einem Jahr habe ich mich geschlagen gegeben. Ich bin den Leuten auf Twitter wirklich dankbar, dass sie uns so standhaft unterstützt haben und wirklich viel zur Verbreitung der Informationen beigetragen haben. Es war einfach unglaublich.
INTERVIEWER: Was hat Dich dazu bewegt klein beizugeben und doch anzufangen zu twittern? Ich werfe grad mal einen Blick auf Deine Seite und Du scheinst recht viel zu twittern.
IAN SOMERHALDER: Um ehrlich zu sein, ich hab keine Ahnung. Es war einfach eines von den Dingen, die ich mal ausprobieren wollte. Es ist eine ziemlich coole Möglichkeit, um Gedanken zu verbreiten. Viele Dinge die in der Welt passieren machen mich ein bisschen verrückt. Ich würd jetzt nicht sagen ich bin ein Umweltaktivist, aber die Umwelt ist mir sehr wichtig und Twitter war eine gute Möglichkeit, um Informationen zu verbreiten. Ich halte die Leute auch über die Serie auf dem Laufenden. Wenn mir zum Beispiel eine Idee kommt oder ich ein cooles Photo am Set mache, dann kann ich es sofort online stellen, wo unglaublich viele Menschen es sehen. Twitter bietet an, bestimmte Seiten zu verifizieren, weil so viele Menschen vorgeben jemand berühmtes zu sein. Und als die Leute sicher sein konnten, dass ich es wirklich bin, war das einfach ziemlich cool.
INTERVIEWER: Es gibt derzeit weltweit sehr viele Bücher und Filme über Vampire. Das ist ein Hype der sich schon ziemlich lange gehalten hat. Was denkst Du darüber? Siehst Du Dir andere Vampir-Filme oder -Serien an?
IAN SOMERHALDER: Nein, leider nicht. Ich lebe es. Ich esse, schlafe, atme es. Ich finde True Blood ist eine phänomenale Serie – wenn ich zeit hab, sie mir anzusehen, tue ich das. Ich finde sie ist großartig geschrieben und umgesetzt und die Schauspieler machen einen klasse Job. Ich hab noch keinen der Twilight Filme gesehen und keines der Bücher gelesen. Das habe ich mit Absicht nicht getan, um nicht unbewusst einen Vergleich herzustellen.
INTERVIEWER: Was ist Deiner Meinung nach besonders an Vampire Diaries?
IAN SOMERHALDER: Naja, tatsächlich hat der enorme Erfolg von Twilight an den Kinokassen dazu geführt, dass wir jetzt diese Serie haben. Das ist einfach so. Daher bin ich ihnen dankbar. Aber ich bin noch nicht dazu gekommen mir viele dieser Vampir-Geschichten anzusehen. All die Vampir-Filme mit Christopher Lee sind klasse, aber mein lieblings Vampir-Film ist Schadow of the Vampire. Ich finde Willem Dafoe war einfach großartig in dem Film. Er verkörpert nicht den stereotypen Vampir den wir heutzutage gewöhnt sind.
INTERVIEWER: Was ist deiner Meinung nach der Unterschied zwischen diesen Vampiren und dem Stereotyp von dem du grad gesprochen hast?
IAN SOMERHALDER: Diese ästhetisch sehr anziehenden und wunderschönen Kreaturen – Vampire – repräsentieren zwar Außenseiter, jedoch nicht so, wie das in Shadow of the Vampire der Fall war. Eine interessante Frage die ich mir schon unendliche Male selbst gestellt hab ist: „Wie kann man das irgendwie in Worte fassen, die vergleichbar sind mit irgendetwas das wir kennen?“ und ich finde Willen Dafoe hat das getan. Bevor Vampire attraktiv wurden, waren sie Anomalien und Ausgestoßene, die von uns in die Dunkelheit verbannt wurden. Und sie hatten nicht diese Anziehung die sie heute haben. Und ich schätze sehr, was Willem Dafoe getan hat. Er hat mir dieses Gefühl gegeben. Ich fühle mich eigentlich eher zu dieser Seite des Vampirismus hingezogen, aber mir gefällt auch sehr, wie wir in unserer Serie die Geschichten erzählen. Es macht sehr viel Spaß. Und dafür, dass es im öffentlichen Fernsehen läuft, versuchen wir so weit zu gehen wie irgendwie möglich. Es gibt bestimmte Grenzen die wir nicht überschreiten können. Aber wir haben tolle Fans und wir sind ihnen sehr dankbar und lieben sie.
INTERVIEWER: Ich kann mir denken, dass ihr ein paar extreme Reaktionen von Fans bekommt. Wie ist es für euch, ihnen zu begegnen?
IAN SOMERHALDER: Auf der Comic Convention bin ich einmal von einer 1,90m großen Frau im Wonder Woman Kostüm angequatscht worden. Sie hat mich quasi gegen die Wand gepresst. Das war ziemlich cool. Die Fans sind großartig. Ich glaube unsere Podiumsdiskussion wuchs von 1.000 Besuchern im letzten Jahr auf 5.000 dieses Jahr, was wirklich wirklich cool war.
Übersetzung: DJ für I-S-O.com
English:
Shadow of a Vampire
Once known as Lost’s Boone Carlyle, actor Ian Somerhalder is now more easily recognized as Damon Salvatore, a point in the love triangle that anchors the CW’s hit series, The Vampire Diaries. Despite the seemingly endless supply of vampire-themed entertainment in the world, the show has sustained impressive attention from both critics and fans, with its recent second season premiere bringing in over 3.3 million viewers. We spoke to Somerhalder from the set in Georgia about the BP oil spill, Twitter, his most unusual fan encounter, and why Willem Dafoe is his favorite vampire.
INTERVIEW: Did you spend the whole summer shooting? Or did you have a chance to do anything else this summer?
IAN SOMERHALDER: We’ve been shooting now for a month. The other two months of the summer were dealing with BP and traveling for publicity; that’s really all it was.
INTERVIEW: So, the oil spill affected filming in Georgia?
SOMERHALDER No, no. I’m from the gulf coast of Louisiana. It was my home and it was completely destroyed. I’m literally from the bayou and the lakes and the gulf that were completely affected, so I was home. I based myself out of Louisiana for the summer. I was with my mom and my family just fighting it and trying to build awareness up and taking it on a national level; basically just helping in whatever ways we could. But yeah, that was pretty much my summer.
INTERVIEW: Do you feel lucky to have a public face and personality to lend to the cause?
SOMERHALDER: I was just trying to illuminate what was going on down there and get people involved. I’ll tell you, I cannot thank the “Twitter-verse” enough–and I fought tooth and nail not to be a part of this Twitter thing, but about a year ago I broke down. I am grateful and indebted to the Twitter-verse for being so unwavering in their support, and really helping spread information. It was just incredible.
INTERVIEW: What led you to break down and start Twittering? I’m actually looking at your account right now, and you seem to do it a lot!
SOMERHALDER: To be honest with you, I don’t know. It was one of those things I thought I would try. It’s kind of a cool place to get thoughts out. A lot of things that happen in the world make me a bit crazy. I won’t say “environmentalist,” but I care deeply about the environment and it was a great way to spread information, and to also update people with what’s going on with the show…Like, I can have a thought or take a cool photo on set and I can immediately put it online where unbelievable amounts of people see it. They do this verified account thing, because there are so many people pretending to be you, and once that happened and people knew it was me, it was just pretty cool.
INTERVIEW: There’s a lot of vampire-themed entertainment in the world right now; it’s a craze that’s really shown a lot of staying power. What do you make of that? Do you watch other vampire things?
SOMERHALDER: No, unfortunately, I don’t. I live in it, and eat, sleep, breathe it. I think True Blood is a phenomenal show–when I can catch it, I love to. I think the writing and the filmmaking and the actors are doing a killer job. I’ve never seen any of the Twilight movies, never read any of the books. I haven’t seen it purposely because I wouldn’t want to have the subconscious comparison in my own head.
INTERVIEW: What do you feel differentiates The Vampire Diaries?
SOMERHALDER: I mean, the reality of it is the unbelievable box office success of [Twilight] is what allowed us to have the show. That’s the bottom line, so I appreciate them, but I haven’t gotten to check out much vampire stuff. All the Christopher Lee vampire stuff is great, but my favorite vampire movie is Shadow of the Vampire. I think Willem Dafoe was just phenomenal in that movie; its not the stereotype to what we’re used to seeing now.
INTERVIEW: What do you see as the difference between those vampires and the stereotype you just mentioned?
SOMERHALDER: These very aesthetically appealing and beautiful individuals–vampires–do represent the ostracized outsider, but not in the sense that [Shadow of a Vampire] did. It’s an interesting question, and I’ve asked myself a zillion times, “How can you put that into words that is comparable to anything that we know?” and I think that Willem Dafoe did that. Before vampires were aesthetically appealing, they were physical anomalies and ostracized outsiders whom we banished to the dark, and they didn’t have the appeal that they do now. And I appreciate what Willem Dafoe did, and I got that feeling. I gravitate more toward that side of vampirism, but I’m digging the way we get to tell stories on our show. It’s been a lot of fun and for being on network television we try to push it as far as we can there’s only so far we can go, but we have such a phenomenal fan base we love them and appreciate them for everything.
INTERVIEW: I can imagine you guys have some pretty intense fans. What is that like for you interacting with them?
SOMERHALDER: I got accosted by a six-foot-one Wonder Woman [at Comic Con]. I was sort of pushed against a wall, so that was pretty cool. The fans are awesome. I think our panel went from last year being 1,000 people to at least 5,000, which was really really cool.























