TV Close-Up: Ian Somerhalder, May 25,2007, by Eirik Knutzen
Deutsch:
Das Angebot eines starken Drehbuchs und guter Bezahlung für die Titelrolle in dem dreistündigen TV-Movie von Robert Halmi Sr. mit dem Titel „Marco Polo“, welches in China gedreht werden sollte, konnte Ian Somerhalder nicht ausschlagen. Für den Vielgereisten war es die Chance des Lebens, verpackt in eine interessante Big-Budget Filmproduktion.
Binnen weniger Wochen begann er seine Arbeit in den gigantischen Hengdian Studios in der im Osten Chinas gelegenen Provinz Zhejiang, etwa fünf Fahrtstunden von Schanghai entfernt. Das 3,3km² große Gelände verfügt über 13 Filmstudios, von denen eines einen lebensgroßen Nachbau der „Verbotenen Stadt“ in Peking beinhaltet. Die Stadt Hangzhou – wo Polo damals den Großteil seiner 17 Jahre im Dienst des Kublai Khan verbrachte – liegt nur zwei Stunden mit dem Auto entfernt.
Marco (lebte ca. 1254-1324) war der Sohn von Niccolo Polo. Dieser war ein unerschrockener Entdecker und einer der führenden venezianischen Händler. Gemeinsam mit seinem Bruder Maffeo machte dieser die erste Rundreise von neun Jahren nach Cathay, auf welcher sie Handelsbeziehungen zum Hof des mongolischen Prinzen Kublai Khan (gespielt von Brian Dennehy) in Khanbaligh (das heutige Peking) etablierten.
Marco war erst 17 Jahre alt, als er im Jahr 1271 seinen Vater und Onkel auf ihrer zweiten Reise nach Fernost begleitete. Beeindruckt von der Intelligenz des jungen Mannes, seinem Mut und seiner Beobachtungsgabe, bittet der Khan ihn, auf unbestimmte Zeit als Beamter und Diplomat an seinem Hof zu verweilen. Erst 1292 sollte er endlich wieder in das prunkvolle Haus seiner Eltern in Venedig zurückkehren.
„Jeder Tag war ein unglaubliches Erlebnis,“ sagt Somerhalder staubtrocken. „Das Hotel in dem ich wohnte war direkt auf dem Hengdian Studiogelände und jeden Morgen sah ich auf Nachbildungen berühmter historischer Stätten. Da größere Steine verwendet wurden, sind einige dieser Repliken sogar größer als die Originale. Als ich endlich die Verbotene Stadt in Peking besuchte, war ich etwas enttäuscht, weil unsere Verbotene Stadt viel hübscher war.“
Der schlanke, 1,77m große, 28 jährige Schauspieler rät jedoch davon ab, im Sommer dort zu drehen, da sich die Temperaturen zwischen Juni und August bei über 35°C halten.
„Die Luftfeuchtigkeit war schlimmer als in Indien – ich verlor in 8 Wochen fast zehn Kilo,“ erinnert sich Somerhalder. „Ich empfehle, im Frühjahr oder Anfang Herbst dort hinzufahren. Außer man möchte gerne abnehmen.“
„Mit das coolste, was ich je gesehen hab, war ein brüchiges Stück der Chinesischen Mauer, die vor über 900 Jahren in der Mongolei, an der Grenze der Wüste Gobi gebaut wurde,“ fährt er fort. „Auf diese Mauer zuzugehen – die aus Lehmsteinen aus der Gegend erbaut wurde – und sie zu berühren, war einfach ein unwirkliches Erlebnis. Ich fühlte mich, als wäre ich in der Zeit zurückgereist und die Landschaft hätte sich gar nicht verändert. Aufgrund von Sandstürmen mit einer Geschwindigkeit von ca. 160km/h mussten wir manchmal die Produktion unterbrechen. Wenn die Geschwindigkeit unter 100km/h sank, haben wir weitergedreht.“
Seit er als erster der Hauptcharaktere bei „Lost“ (er spielte Boone Carlyle) schon in der ersten Staffel (2004-05) aus der Serie gestrichen wurde, bekam er viele Angebote. Nach den Dreharbeiten in China kam er gerade rechtzeitig nach Los Angeles zurück, um den Independent Film „The Sensation of Sight“ auf Filmfestivals zu promoten. Andere kürzlich erschienene Filme sind „Pulse“, „Die Regeln des Spiels“ und „Das Haus am Meer“. Fernsehfans freuen sich auf seine HBO Serie „Tell Me You Love Me“, die die Beziehungen dreier Paare verschiedenen Alters und sozialen Hintergrunds begleitet.
Somerhalder wurde in Covington (Louisiana) geboren und wuchs – gemeinsam mit zwei Geschwistern – in Mandeville am Lake Pontchartrain auf, ganz in der Nähe von New Orleans. Der Sohn einer Massagetherapeutin und eines Bauunternehmers begann bereits mit sechs Jahren, Schauspielunterricht zu nehmen und in lokalen Theaterproduktionen mitzuwirken – unterstützt von seiner Mutter.
„Meine Eltern arbeiteten sehr hart, um uns auf katholische Privatschulen schicken zu können und haben uns alles ermöglicht, was sich Kinder wünschen könnten,“ erinnert er sich. „Wir hatten alle Spielsachen und Luxusgüter wie Motorräder oder Pferde. Aber in Wirklichkeit hatten meine Eltern nicht viel Geld, weshalb meine Mutter auf die Idee kam, mich modeln zu lassen, als ich zehn Jahre alt war. Ich glaube, weil all ihre Freunde sagten, ich könnte es schaffen.“
„Dann hat meine Mutter all ihr Geld zusammengekratzt, damit wir uns den Sommer lang eine Wohnung in New York mieten konnten,“ fährt Somerhalder fort, amüsiert von der absurden Situation. „Als ich elf war, hatte ich einen Dreijahresvertrag mit einer großen Modelagentur unterzeichnet und verdiente mehr Geld in der Stunde, als andere, hochqualifizierte Leute – das war ziemlich erschreckend. Mit 16 war ich dann komplett pleite, weil ich alles ausgegeben hatte, was nach den hohen Agenturanteilen noch übrig blieb.“
Brenda Netzberger, eine Managerin aus Baton Rouge hat sich schließlich seiner Modelkarriere angenommen und so verbrachte er vier sehr lukrative Jahre (von 1995 bis 1998) mit verschiedenen Jobs in New York und Mailand, sowie auf vielen Geschäftsreisen in Paris, London, Miami, Los Angeles und Barcelona.
„Das Modeln war lukrativ, aber nicht intellektuell befriedigend,“ erklärt Somerhalder. „Daher habe ich Schauspiel bei William Esper in New York studiert. Nach einigen Gastrollen in L.A. habe ich vier Serienpiloten gedreht, die auch alle übernommen wurden. Das Leben hat es hier wirklich sehr gut mit mir gemeint.“
Übersetzung: DJ & Stonerlady
English:
A solid script and decent pay for playing the title role in a three-hour telefilm called “Marco Polo” from Robert Halmi Sr. to be shot in China was an offer that Ian Somerhalder couldn’t refuse. In fact, as a seasoned traveler, it was the opportunity of a lifetime built into a very interesting, big-budget project.
Within a matter of weeks, he reported for work at the giant Hengdian Studios in China’s eastern Zhejiang province, a five-hour drive from Shanghai. The 815-acre complex houses 13 movie lots, including one serving as a full-size replica of Beijing’s Forbidden City. The city of Hangzhou – where Polo spent the bulk of his 17 years working for the Kublai Khan long ago – is only a two-hour ride away.
Marco (circa 1254-circa 1324) was born to Niccolo Polo, an intrepid explorer and leading Venice merchant in partnership with his brother, Maffeo, when they made their first nine-year round trip to Cathay and established foreign trade contacts in the Khanbaligh (Beijing) court of Mongol prince Kublai Kahn (Brian Dennehy).
Marco was only 17 when accompanied his father and uncle on their second journey to the Far East, which began in 1271. Impressed with the young man’s intelligence, guts and power of observation, the Kahn asked to retain his services as a civil servant and diplomat for an indefinite period of time that stretched until 1292. In 1295, he finally returned to his parents’ opulent home in Venice.
“Every day was an incredible experience,” said Somerhalder, dry as dirt. “The hotel I stayed in was right on the Hengdian Studios lot and every morning I was looking at replicas of famous Chinese historical sites. Using bigger bricks, some of these structures were larger than the originals. When I finally visited the Forbidden City in Beijing, I was disappointed because our Forbidden City was much prettier.”
The skinny, 5-foot-9, 28-year-old actor would not recommend shooting there in the summer, however, when temperatures hovered around 100 degrees June through August.
“The humidity was worse than in India – I lost 20 pounds in 8 weeks,” recalled Somerhalder. “I’d recommend going there in late spring, early fall, unless you want to lose some weight.”
“But one of the coolest things I’ve ever seen was a crumbling section of the Great Wall built more than 900 years ago in Mongolia an the edge of the Gobi Desert,” he continued. “Walking up to that wall – made of mud bricks in that area – and touching was just surreal. I felt like I was transported back in time and the landscape hadn’t changed at all. Sandstorms whipped by 100 mph winds shut down production occasionally; we’d film again when it looked like 60 mph.”
Heavily recruited since he became the first major star (as Boone Carlyle) to be killed off on “Lost” during the initial 2004-05 season, Somerhalder returned to Los Angeles in time to promote “The Sensation of Sight” – an independent film – at international film festivals. Other recent movie releases include “Pulse,” “The Rules of Attraction” and “Life as a House.” Television fans look forward to his upcoming HBO series, “Tell Me You Love Me,” chronicling the relationships of three couples from varied age groups and socioeconomic backgrounds.
A Louisiana native, Somerhalder was born in Covington and raised in Mandeville (along with two siblings) on Lake Pontchartrain – just a straight shot across the causeway to New Orleans. The son of a massage therapist and an independent building contractor stumbled into acting in school and community theater production at the age of 6 – with a healthy push from his mother.
“My parents worked their butts off to send us to Catholic schools and provide us with everything a kid could ask for,” he recalled. “We had all the toys and advantages, ranging from motorcycles to horses. But the truth is that my parents weren’t making lots of money, giving my mother the idea of making me a model at the age of 10. I think it’s because all her friends said I could do it.
“Then my mother took every penny she had in her savings so we could get an apartment in New York for three summers,” continued Somerhalder, laughing at the madness of it all. “By the time I was 11, I was signed to a three-year contract by a big modeling agency and making more money an hour than people with Ph.D.s – it was really scary. At 16, I was broke because I had spent every dime after the agency had taken out their huge expense fees.”
Brenda Netzberger, a personal manager based in Baton Rouge, finally took charge of his modeling career and he spent four highly profitable years dividing his time in 1995-98 between assignments in New York and Milan, Italy – with frequent business trips to Paris, London, Miami, Los Angeles and Barcelona, Spain.
“Modeling was lucrative, but not intellectually satisfying,” Somerhalder explained. “So I studied acting with William Esper in New York. After a couple of guest shots in L.A. I did four TV pilots; four of them were picked up. Life has been really good to me here.”























